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Bildungsserver > Zeitzeugen.  > Themen.  > 50 Jahre Mauerbau

50 Jahre Mauerbau

13. August 1961 - die Welt hält den Atem an. Volkspolizisten, Grenzpolizisten und Kampfgruppen der DDR riegeln die Demarkationslinie, die nicht nur die Westsektoren vom sowjetischen Sektor Berlins trennt, sondern zugleich auch den noch durchlässigsten Abschnitt des "Eisernen Vorhangs" darstellt, hermetisch ab. Wenig später errichten Baukolonnen aus Betonplatten und Hohlblocksteinen eine erste Mauer. Im Oktober stehen sich am Checkpoint Charlie amerikanische und sowjetische Panzer unmittelbar gegenüber. Wird der Mauerbau zum Ausgangspunkt eines Dritten Weltkriegs?

Das Jubiläumsjahr eines der einschneidendsten Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte ist ein hervorragender Anlass für den Einsatz von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu diesem Thema in der Schule. Er eignet sich besonders, um einen authentischen Einblick in das Leben der DDR zwischen sozialistischem Alltag und Unterdrückung zu gewinnen.

Bisher kann die Koordinierungsstelle "Zeugen der Zeit" Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus den Regionen Ahrweiler, Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz, Neustadt/W., Trier und Westerwaldkreis (Montabaur) zum Thema DDR vermitteln.

Beispiele:

Frau G., geboren 1947 in Leipzig, wuchs in der DDR auf und erlebte den dortigen Sozialismus hautnah. 1976 stellte sie mit ihrer Familie einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik, wodurch sie in den Fokus der Stasi geriet. Sie wurde bespitzelt, später zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt, von denen sie 15 verbüßen musste. Danach wurde sie von der Bundesrepublik freigekauft. Seit 1984 lebt sie in Mainz. Schulklassen gibt sie auch gerne Einblick in ihre Stasiakten.

Herr W., geboren 1951, kam aufgrund eines Fluchtversuchs aus der DDR als Fünfzehnjähriger in Haft, verweigerte die geforderte Anpassung und musste insgesamt eine Haftstrafe von 18 Monaten verbüßen. Er wird später Prediger (Diplom-Religionspädagoge FH) und damit zum Objekt einer umfangreichen Bespitzelung durch die Stasi.

Frau T., geboren 1944 in Guben, wurde, nachdem sie 13 Jahre als Grundschullehrerin tätig gewesen war, wegen versuchter „Republikflucht“ 1975 in der DDR verhaftet und eingesperrt. So lernte sie die Haftbedingungen und Verhörmethoden der Stasi kennen. Durch Freikauf kam sie 1976 in die Bundesrepublik.

Frau P., geboren 1964, geriet schon in frühen Jahren, weil ihr aus der Bundesrepublik stammender und in die DDR übergesiedelter Vater wieder zurück wollte, in das Visier der Stasi. Bei einem Fluchtversuch wurde sie 1984 verhaftet und verbrachte 16 Monate in DDR-Gefängnissen, bis sie freigekauft wurde. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch („DDR – ein schwerer Weg“) verarbeitet.

Diesen Bereich betreut E-Mail an Ulrich Eymann, PL. Letzte Änderung dieser Seite am  3. Februar 2011. ©1996-2012 Bildungsserver Rheinland-Pfalz